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Begriffsklärung

Magnitude:

Das menschliche Auge, Teleskope und Fernrohre sammeln Licht. Je mehr Licht in das Instrument einfällt, desto heller erscheint es. In der Astronomie wird die Helligkeit in Magnituden (lat. magnitudo) angegeben. Die erste Einteilung der Sternenhelligkeiten erfolgte in der griechischen Antike durch Hipparch von Nikaia (150 v. Chr.) Er teilte die Helligkeiten in 6 Größenklassen ein. Die hellsten Sterne bekamen die Größe 1, während die gerade noch sichtbaren Sterne die Größe 6 bekamen. . Zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts wurde der Polarstern als Referenzstern benutzt und bekam die Größe 2m12.
Der derzeitig hellste Stern (Sirius) hat eine Magnitude von -1m6. Bei der Sonne beträgt sie -26m8.
Sterne bis zur 5. oder 6. Größe können je nach Bedingungen mit dem bloßen Auge noch wahrgenommen werden.
Ein 100mm Instrument bringt einen Gewinn von etwa 6 Magnituden. Ein 150er von 7. So würde die Grenze bei 12 und 13 Magnituden liegen.
Das Hubble Space Telescope dringt bis zur 28. Größenklasse vor (im deep field south sogar bis 29.5)!
Auch ein guter Beobachtungsplatz kann einen Gewinn von bis zu 2 Magnituden bringen.
Die  Grenzgröße läßt sich folgendermaßen berechnen: 

                            D                                                                           200
m = m' + 2,5 log. (-----)^2       (Beispiel 200er Newton) = 5,5 + 2,5 log. (-----)2 = 14m
                            A                                                                             6

m´ = mit bloßem Auge noch erkennbare Größenklasse
D  = Objektivdurchmesser
A  = Durchmesser der Augenpupille
m  = Grenzgröße des Fernrohres

Die Dunkeladaption des Auges dauert etwa 30 Minuten. Man sollte wärend der Beobachtungsnacht nur dunkles Rotlicht verwenden und, falls überhaupt eine blendung erfolgt, das Beobachtungsauge schließen. Also immer sparsam mit seinem Rodopsin umgehen!


Brennweite:

Bezeichnet den Abstand von der Onjektivlinse, oder des Hauptspiegels, in dem sich das Licht bündelt und somit ein Bild entsteht. Refraktoren (Linsenteleskope) mit hoher Brennweite haben geringere Farbfehler. Bei Reflektoren verringert eine große Brennweite die Komabildung.
Bei Refraktoren und Newtonteleskopen ohne Korrekturlinse ist die Brennweite direkt proportional zur Tubuslänge.
Eine große Brennweite leifert hohe Vergrößerungen aber auch ein kleiners Gesichtsfeld (Ausschnitt am Himmel)!


Vergrößerung:

Die Vergrößerung ist gegeben durch dir Formel: V = Objektivbrennweite / Okularbrennweite
Damit besitzt ein 1400mm Newton mit 20mm Okular ein Vergrößerung von 70, mit einem 6,5 mm Okular ein V. von 215.
Als Faustformel für die geeignete maximale Vergrößerung kann man grob sagen, das sie in etwa dem 1,5-fachem der Größe der Öffnung in mm entspricht. Also bei einem 6" (150mm) Newton, 225fache Vergrößerung. Man kann natürlich auch höher gehen.


Öffnungsverhältnis:

Darunter versteht man das Verhälnis: Durchmesser der Öffnung bzw. des Spiegels / Teleskopbrennweite
Hiervon hängt hauptsächlich ab wofür man das Gerät verwendet. Bei kleinen Öffnungsverhältnissen (kurzes Teleskop) kann man hauptsächlich helle Objekte wie Mond und Planeten beobachten. Bei großen Ö. ist es halt umgekehrt.
Bei Telskopen hat sich (z.B. Objektiv mit 300 mm Durchmesser und 1200 mm Brennweite) die Schreibweise f/4 durchgesetzt. Das ist ein großes Öffnungsverhältnis, man sagt auch "schnelles Öffnungsverhältnis", da man beim fotografieren kürzer belichten muss. Man kann auch "kurze Bauweise" sagen, da der Tubus kurz wird.
Ein Objektiv mit 100 mm Durchmesser und 800 mm Brennweite hat ein Öffnunsverhältnis von 1:8 oder f/8, das ist ein kleines Öffnungsverhältnis, da die Zahl 8 im Nenner steht! In der Fotografie spricht man auch von kleiner Blende oder "langsamen Öffnungsverhältnis", da man gegenüber 1:4 vier mal so lange belichten muss (die gleiche Lichtmenge wird auf die 4-fache Film Fläche verteilt).



Gesichtsfeld:


Beschreibt den Ausschnitt (in Grad) den man am Himmel sehen kann.
An einem Okular ist die Gesichtsfeldangabe die zweite charakteristische Größe neben der Brennweite.
Den sichtbaren Ausschnitt am Himmel erhält man wie folgt:
wahres Gesichtsfeld = Okulargesichtsfeld / Vergrößerung



Austrittspupille
:

A = Okularbrennweite * Öffnungsverhälnis.
Die Pupillenöffnung des adaptierten Auges beträgt weniger als 7mm. Größere Austrittspupillen am Okular machen keinen Sinn, da sie nun mal nicht hineinpassen. So erhält man eine minimale sinnvolle Vergrößerung, und eine maximale Okularbrennweite.
A. von weniger als 0,8mm bringen keinen Detailgewinn mehr. Das bestimmt letztenendes die maximale Vergrößerung.


Auflösungsvermögen:

Die Auflösung wird in Bogensekunden (") angegeben. Sie ist direkt proportional zur Teleskopöffnung.
Allerdings setzt die Luftunruhe der theoretischen Auflösung des Teleskops ein Limit von 1" (sehr ruhige Luft) bis 3".(sehr unruhig)
In der folgenden Tabelle sind die theoretischen Auflösungsvermögen für verschiedene Öffnungen angegeben.

Öffnung
Auflösung
100
1,38"
114
1,21"
150
0,92"
200
0,69"


Weitere Faktoren für gute Lichtleistung

Die Luftverschmutzung und Wasserdampf in der Atmosphäre,  schwächen das Licht ab.
Als Seeing bezeichnet man Luftunruhe die dazu führen kann, das ein Objekt deformiert und verzerrt wird.
Nichtatmosphärische Seeingeffekte werden z.B. durch aufgeheitzten Asphalt, Häuser, Autos und Körperwärme erzeugt.
Die geeigente Wahl eines Beobachtungsortes kann die Lichtleistung eines Gerätes um eine Größenordnung verbessern! Der Ort sollte also frei von Störlicht sein.
Des weitern bietet nur ein absolut dunkler Himmel optimale Beobachtungsbedingungen.